Home arrow News arrow Privat
Grischa News vom 23.10.2004 PDF Drucken E-Mail
Freitag, 22. Oktober 2004
Das war ja wieder ein Sommer für Aufreger! Von wegen schlangen-bemonstertes Sommerloch – diesmal ging´s so richtig zur Sache. Jede Arschback´ kauft bei Karstadt und jeder Popel fährt ´nen Opel, das galt in den „good old times“, als die diktaturgeknechteten Ostdeutschen die Montagsdemo erfanden, als Betten auf dem Kornfeld besungen wurden, „Harz“ noch ein beschauliches Mittelgebirge war, Kopfpauschalen auf flüchtige Schwerkriminelle ausgesetzt wurden, die Türkei noch für Döner statt für Beitrittspetitionen berühmt war, als man lieber Waffentechnik an Saddam als Atomtechnologie an den Iran lieferte und die „Bundesbirne“ schwarze Koffer in die Schweiz transferierte. Das gefiel den kantonalen Extravaganzlern natürlich deutlich besser, als die unverständliche Gier jener Ausländer, die den schweizer Pass begehren.
weiter …
 
Grischa News vom 24.06.2004 PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 23. Juni 2004

Achtung, wichtige Durchsage: Hier meldet sich das Davoser Verkehrsministerium mit einigen Reisewarnungen für die anstehende Feriensaison. Ad 1: Parken Sie am Züricher Flughafen nur beim Valet Parking, wenn Sie ein ausreichend gedecktes Spesenkonto haben! Fallen Sie nicht, wie einige meiner Kollegen, darauf rein, das nette Angebot, den Wagen waschen zu lassen, anzunehmen. Sie könnten genauso gut 4x selbst durch die Waschanlage fahren. Und bringen Sie übermenschlichen Gleichmut auf, wenn Sie planen, Ihren Wagen mit 14 Stunden Verspätung abzuholen. Dazu später mehr.

Der Kernpunkt unserer heutigen Ausgabe richtet sich an jene verwirrten Rundes-Leder-22-kurze-Hosen-Fans, die mit dem Gedanken spielen, ein EM´04-Spiel live verfolgen zu wollen. Es könnte sein, dass Sie nicht wieder nach Hause kommen! Das hat nichts mit der propretären portugiesischen Landschaft zu tun, dem wunderbaren Wetter, dem atemberaubenden Atlantik oder den meeresfrüchtebetonten Magenschmeichlern, sondern schlichtwegs mit der Personenbeförderungsmoral öffentlicher Verkehrsmittelbetreiber in Südwesteuropa. Mein Tipp: Bereiten Sie sich entsprechend auf einen längeren Aufenthalt vor, lernen Sie portugiesisch, lesen Sie die offizielle Kolumbus-Biographie, stecken Sie genug Bares ein und besorgen Sie sich notfalls eine portugiesische Schwiegertocher, bei deren Familie Sie solange unterkommen können.
weiter …
 
Grischa News (Australian Issue) vom 11.05.2004 PDF Drucken E-Mail
Montag, 10. Mai 2004

Sydney Skyline

Wollt Ihr eine kurze Zusammenfassung? Bitteschön: „No worries!“ Das scheint mir die Kernaussage Australiens zu sein. Sie stellt sowohl die Standardantwort auf jegliche Frage, als auch ein Abbild der allgemeinen Gemütslage der Australier dar. „I´d like to have a Cappuccino – No worries!“ „Can you tell me how to get to the Kingston? – No worries!“ „Hi, how are you? – No worries“ „I´m sorry, I accidently killed your cat! – No worries!“

Dass Australien weit mehr als eine an Indifferenz grenzende Lebensphilosophie zu bieten hat, kann sich jeder vorstellen. Der 5. Kontinent hat in etwa die geographische Größe der USA, jedoch eine um den Faktor 10 niedrigere Zahl von Einwohnern (und ja – auch hier wurden die Ureinwohner in Reservate gesteckt). Jeder, der schon mal fünf Stunden lang über Australien geflogen ist und dabei in transzendentaler Verfassung das immergleiche, steinig-rote Outback beobachtet hat, versteht, warum man früher oder später anfängt, in ein von Termiten ausgehöhltes Stück Baumstamm hineinzupusten und das Digeridoo zu nennen.
Die unendliche Weite, das trockene Klima und die Lage am A… – äh, andern Ende der Welt machen die Australier zu den wohl gastfreundlichsten Menschen auf dem Globus. Weltoffen und vom Gefühl beseelt, etwas abseits zu liegen, freuen sie sich auf jede Neuigkeit aus der großen, weiten Welt. Unvorstellbar für unsere Verhältnisse, dass man vom hochdekorierten Professor persönlich am Flughafen abgeholt wird, der sich mit Baseball-Käppi und Vornamen vorstellt und ein Barbeque sowie ein Gästezimmer in seinem Haus anbietet. Selbstverständlich hat hier jeder irgendwie europäische Vorfahren, natürlich hat jeder schon eine wochenlange Europarundreise absolviert, und so kommen wir schnell ins Gespräch – ungezwungen, ohne aufgesetzte Freundlichkeit, einfach im „No worries“-Style.
weiter …
 
Grischa News (Singapore Issue) March ´04 PDF Drucken E-Mail
Montag, 29. März 2004

Singapore Skyline„Sing when you´re poor in Singapore…“

Wow, wo sind wir da gelandet, nach diesem heimeligen kleinen Flug von nur 13 Stunden Dauer, der nicht mal reichte, die 29 offerierten Movie-Highlights komplett zu genießen? Während dem wir vor der Wahl standen, den „Huhn-unbekannter-Herkunft“ enthaltenden Microwellenmüll entweder direkt in den dafür bereitgelegten Papierbeutel, oder aber auf dem Umweg mit Zwischenstop im Magen zu entsorgen? Wohin waren wir in Begleitung unzähliger, in feinsten malayisch-chinesisch-indisch-arabischen Zwirn gewickelter Schönheiten geflogen? Würden die im Reiseführer suggerierten Faszinationen Singapore´s erfüllt werden? Die in allen Dimensionen endlosen Einkaufscenter der Orchard Road, die kolonialbritischen Überbleibsel, die öffentlichen Dekapitationen der des kaugummikauens Überführten? Die boomende Juppie-Kultur, niedrigmehrwertsteuerlandbillige Rolex, weltbekannter Zoo?
Die Antwort gleicht der täglichen norddeutschen Wettervorhersage: Teils – teils.
Und weil ich weiß, dass Ihr´s genauer wissen wollt, hier die Details…
weiter …
 
Grischa News vom 08. Februar 2004 PDF Drucken E-Mail
Samstag, 7. Februar 2004

Nach einer bis zum Anschlag ausgedehnten Denkpause will ich hier mal wieder den rotweißen Faden aufnehmen, um Euch mit kantonalen Neuigkeiten zu versorgen. Die vergangenen Monate hielten bekanntermaßen einige zeitaufwändige Entscheidungen parat, wie z.B. die Frage, ob ich „die hier Anwesende in guten wie in schlechten Zeiten ehren und mit ihr die Ehe eingehen wolle…“ Ich gehe davon aus, dass sich meine schweizer Nachbarn – genauso wie ich – bereits im Vorfeld Gedanken über die Antwort auf diese Art von Fragen machen. Allerdings sehen sich schweizer Männer zusätzlich mit der Frage konfrontiert, ob sie es sich leisten können, ihre frisch angetraute Frau weiterhin arbeiten gehen zu lassen. Dies resultiert aus der „herzig konservativen“ Gesetzeslage, dass eine schweizer Arbeitnehmerin bei gleichem Einkommen etwa dreimal höhere Steuern abzuführen hat. Da habt Ihr´s, Ihr wahlberechtigten Schweizerinnen! Wer sich nicht wehrt, endet am Herd!
Zu diesem Thema habe ich noch einen Merkspruch für Euch:

Ein erfolgreicher Mann ist jemand, der mehr Geld verdient, als seine Frau ausgeben kann.
Eine erfolgreiche Frau ist eine, die einen solchen Mann findet!
weiter …
 
Grischa News vom 27.04.2003 PDF Drucken E-Mail
Samstag, 26. April 2003

Diesmal beginne ich mit einem Vorwort in eigener Sache: Immer wieder bekomme ich positive Resonanz auf die „Grischa News“. Dafür einen lieben Dank an alle. Euer Lächeln ist mir Lohn genug für entbehrungsreiche Abend- und Wochenend-Stunden im Büro. Aus diesem Grund habe ich bisher die lukrativen Angebote der „Neuen Züricher Zeitung“, der „Frankfurter Allgemeinen“ und der „Süddeutschen“ abgelehnt, um weiter exklusiv für Euch berichten zu können. An dieser Stelle möchte ich Antworten zitieren, die mir ganz besonders gut gefallen haben:

1. Andrea, die meine mail in Ahmedabad/Indien erhielt, schrieb: „Ich habe mich mal wieder köstlich amüsiert! […] viele Grüsse von „Davos viele Kühe auf der Strasse gibt!“
2. Uwe aus Mannheim antwortete: „Ich bin zur Zeit nicht im Büro. Ich werde am 15.4. wieder zurück sein. Dies ist eine automatisch generierte email.“
weiter …
 
Grischa News vom 12.04.2003 PDF Drucken E-Mail
Freitag, 11. April 2003
Manche Leute werden sich fragen, was ich in der Schweiz so treibe, ausser arbeiten, Käse schmelzen und snowboarden. Das liesse sich in einem Satz beantworten, nur wären dann die heutigen Grischa News schon wieder zu ende. Deshalb will ich hier mal ein bisschen weiter ausholen. Ich setze einfach als bekannt voraus, das es rein theoretisch diverse Möglichkeiten der Freizeitgestaltung gibt. Eine sehr vielschichtige Beschäftigung ist es beispielsweise, Geld auszugeben. Jeder kennt das Phänomen, dass das menschliche Hirn in der Lage ist, sich unendlich viel mehr Varianten des Ausgebens als des Verdienens auszudenken. In dieser Hinsicht gibt es für den klassischen Neuschweizer glücklicherweise mehrere emotionale Bremsen: Zum einen sind da die ungewohnt-unverschämten Preise, die einem vor dem geistigen Auge augenblicklich in horrenden DM- oder Euro-Beträgen erscheinen und einen Reflex in der Hand auslösen. Zum anderen steht man aus Unwissenheit immer wieder vor verschlossenen Türen. Die hiesigen Ladenöffnungszeiten sind als extrem basisdemokratisch zu bezeichnen: Jeder kann selbst bestimmen, wie lange er Mittagspause macht. Irgendwann zwischen High-Noon und 15 Uhr hat hier jedes Geschäft Siesta. Nur wann genau, und wie lange, weiss man eigentlich nicht. Abends ist selbstverständlich pünktlich zum „Nachtessen“ um halb Sieben dicht. (An dieser Stelle ein Hoch auf die jüngste deutsche Ladenschluss-Nivellierung – äh, Novellierung).
weiter …
 
Grischa News vom 28.03.2003 PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 27. März 2003

Das Thema der heutigen News sollte die derzeitige Situation am Davoser Wohnungsmarkt sein. Grade eben hat uns jedoch folgende Eilmeldung erreicht: Wie aus gut unterrichteten Stockholmer Kreisen zu erfahren war, hat das Nobel-Komitee den us-amerikanischen Präsidenten „Double-U“ für den Ehrenpreis „gefährlichster Mann der Welt“ nominiert. Er konnte sich damit in einem Kopf-an-Kopf-Rennen gegen einen scharfen Konkurrenten aus dem Zweistromland behaupten. Der Preis ist mit 10.000 Jahren Einzelhaft dotiert.

Glücklicherweise bekommt man im Schweizerländle nicht allzu viel von der Welt mit. Dies vereinfacht die Beibehaltung des neutralen status quo ungemein. In Ermangelung eines Fernsehers kann ich an dieser Stelle natürlich nur über das schweizer Radio urteilen. Dieses unterstützt die hinterbänklerische Sicht auf diese Welt durch das konsequente Zurückhalten von Nachrichten. Man kann sich darauf verlassen, dass es hier zur vollen Stunde KEINE Nachrichten gibt. Als ich vor kurzem durch Zufall auf eine abendliche Nachrichtensendung stiess, handelte es sich um eine Widerholung von mittags. Wer allerdings auf übelsten Soft-Pop der 80er Jahre steht, dem lege ich DRS3 wärmstens an Herz. Die Idole meiner Jugend (?) wechseln sich hier mit moderner (?) Ureinwohner-Musik ab (von Heidi-Gejodel bis DJ PoPo). Super! Zurück zum Thema: Nachdem die Schweiz als erstes Land der Erde ein Einreise-Verbot für Saddam und seine Sippe verhängt hatte, konnte ich mich ruhigen Gewissens nach einer Wohnung umsehen. Allerdings sind die Gepflogenheiten hier etwas anders als bei uns in Deutschland (was für eine Überraschung!)
weiter …
 
Grischa News vom 16.03.2003 PDF Drucken E-Mail
Samstag, 15. März 2003
Jedem unbedarften Neu-Schweizer bieten sich im Alpnländli ein Hand voll überraschungen. Auch ich zähle mich seit einigen Wochen zu den permanent Erstaunten. Dachte ich doch jahrzehntelang, die Schweiz sei im grossen und ganzen wie österreich oder Bayern - nur mit einer anderen Fahne - wo die Ureinwohner einen komischen Dialekt sprechen. Das hat natürlich mit der eingebildeten überlegenheit des Hochdeutschen zu tun, die wir Hannoveraner mit uns Herumtragen.
Natürlich beabsichtige ich hier nicht, auf meine neue Heimat.tmp zu schimpfen, denn es gibt hier wahnsinnig tolle Sachen: Berge (was für eine überraschung), die aussehen, als würden Einsatzkräfte mehrmals täglich die Hänge und Bäume staubsaugen, wischen und bohnern, unglaublich saubere und trockene Luft, die dazu führt, dass auf den morgendlichen 10 Metern vom Hotel zum Auto bei minus 20 Grad jeder Popel in der Nase einfriert und auf diese Weise für den Rest des Tages konserviert bleibt, den herrlichen Davoser Bergsee, der sommers wie winters einlädt, ihn zu umrunden, was einem im Sekundentakt neue Postkartenmotive vor Augen führt, freundliche Menschen (die mich im übrigen häufig genauso wenig verstehen, wie ich sie), die Möglichkeit, in der Mittagspause mal eben für 2 Stunden auf die Piste zu gehen, sich ein paar Knochen zu brechen und von den Forschungsergebnissen des Arbeitgebers zu profitieren, und - ja natürlich - Käsefondue!
weiter …
 
<< Anfang < Vorherige 1 2 3 4 5 6 7 Nächste > Ende >>

Ergebnisse 61 - 69 von 69