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Montag, 20. November 2006 |
 Gelegentlich genieße ich gerne eine gute Cigarre, bevorzugt aus Fidel Castros Kuba. Bei meiner Suche nach interessanten Varianten stieß ich neulich im Forum von AreaCigar auf die Abkürzung “ERdM”. Natürlich weckte das sofort meine Neugierde, die Ähnlichkeit mit meinem Nachnamen ist ja nicht zu übersehen. Wie ich herausfand, steckt dahinter die Marke “El Rey del Mundo”, auf deutsch “der König der Welt”! Welch schmeichelhafte Analogie  Übrigens zählt die ERdM Choix Supreme mit ihrem milden, cremig-erdigen Aroma inzwischen zu meinen Lieblingscigarren… |
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Sonntag, 21. Mai 2006 |
Mit der heutigen Ausgabe betrete ich Neuland und möchte die folgenden Absätze meinem neuen Freund Markus Söder, seines Zeichens Generalsekretär der CSU, widmen. Der Gerechtigkeit halber erwähne ich auch dessen Schwester-im-Geist Erika Steinbach, CDU-Abgeordnete und Präsidentin des Bundes der Vertriebenen. Die beiden haben sich dieses Renommee mit einer leider nicht nachhaltig genug in den Medien vertretenen Meldung verdient, der zufolge sie ein „Reinheitsgebot der deutschen Sprache“ etablieren möchten. Sogar per Gesetz soll die Arisierung der Alltagssprache vorangetrieben werden. |
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Montag, 1. Mai 2006 |
In einem kürzlich durchgeführten Gedankenexperiment kam ich zu der Überzeugung, ich hätte mich als gebürtiger Schweizer zur Marine gemeldet, anstatt Zivildienst zu leisten. Am liebsten wäre ich U-Boot-Kapitän geworden. Ahoi! Leider gibt es keine schweizer Marine, wahrscheinlich, weil der Bodensee zu klein für ein ausgewachsenes Kriegsschiff wäre. Zu meiner Überraschung gibt es aber sehr wohl eine Luftwaffe, obwohl die Schweiz ja eigentlich auch zu klein für Kampfjets ist. Ein Pilot der schweizerischen Miliz muss nach schätzungsweise 2 Minuten Geradeausflug schon wieder wenden, um nicht den eidgenössischen Luftraum zu verlassen. Luft-zu-Luft-Betankung kann man hier jedenfalls nicht üben. |
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Montag, 13. Februar 2006 |
Liebe Leser, bevor an dieser Stelle ein weiteres Pamphlet meinen verschrobenen Hirnwindungen entfließt, möchte ich mich in Anbetracht der zunehmenden Gefährdungen, derer sich EU-konforme Satire ausgesetzt sieht, für eure Treue und Standhaftigkeit bedanken. Einige von euch werden diese Zeilen möglicherweise mit der Taschenlampe unter einer Bettdecke lesen, um potenziellen Anfeindungen zu entgehen, während auf mich eine ungewisse Zukunft wartet. Täglich rechne ich damit, daß meine Wohnung von vermummten Schweizeristen gestürmt und durch Molotow-Cocktails in Brand gesetzt, das stolze Niedersachsenross fahnentechnisch eingeäschert wird oder ich in Abschiebehaft (pardon, “Uuusschaffigs-Haft”) gesetzt werde. Das alles, weil ich meinem verbrieften Recht auf freie Meinungsäußerung nachkomme. In diesem Zusammenhang nehme ich an, daß Harry Whittington das seinige überstrapaziert hatte, als er durch einen Schrotkugelhagel aus der Mündung Dick Cheneys getroffen wurde. Der US-amerikanische Vizepräsident hat ja bereits einen exquisiten Ruf als Kollateralschädiger, nun kann er eine weitere Kerbe am Griff anbringen. Worüber die Kameraden bei der Wachteljagd diskutierten, werden wir wohl nie erfahren, wohl aber, daß der Vice President wirklich alle Reserven in den Militärhaushalt pumpt und sich deswegen nicht mehr die 7 Dollar teure Legitimationsmarke für seinen Jagdausweis leisten konnte, ergo illegal schoss. Ooops! |
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Dienstag, 24. Januar 2006 |
Nach einem süßen, wohlverdient quasi-anarchischen Dornröschenschlaf des geschäftsführenden Interregnums ist Deutschland mit der Inthronisierung Frau Merkels weniger durch einen Prinzenkuß denn durch eine Art souveräner Indifferenz erwacht. Und so wird es Zeit, die aktuellen Auswirkungen meines persönlichen “clash of civilizations” erneut zu dokumentieren. Zum ersten mal hat es also eine Frau geschafft, mit der Ankündigung von Steuererhöhungen Kanzlerin zu werden, und die Bevölkerung dankt es ihr mit anerkennendem Respekt. An dieser Stelle ein kleiner Flashback: Etwa 3 Jahre ist es her, da trotzte die Oppositionsführerin Merkel dem Bundesgerd und seinem Nein zum Irakkrieg, ignorierte die ablehnende Stimmung im eigenen Land und unterstützte den amerikanischen Ober-Cowboy in seinem wahnsinnigen Vorhaben. |
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Donnerstag, 20. Oktober 2005 |
“Du bist Bundeskanzler” – das wäre wohl augenblicklich Angela Merkels Lieblingsmotiv aus der “Du bist Deutschland”-Kampagne, und hätte mich der 18. September nicht temporär meiner Worte beraubt, hätte ich schon früher davon erzählt. Dabei hatte ich in düsterer Vorahnung nicht nur bereits vor fast 3 Jahren Landesflucht begangen, sondern den Wahlabend im 5-Sterne-Zimmer eines sardinischen Hotels verbracht, das sich vor allem dadurch auszeichnete, daß einem tuntige Kellner nachstellten statt Vino tinto zu bringen, das Zimmer auch auf Nachfrage nicht gemacht wurde und Mozzarella e Pomodoro komplett geschmackfrei ohne Salz, Öl oder Basilikum serviert wurden. Das alles half jedoch nicht. Vielleicht hätte ich stattdessen einen Job in Jamaika annehmen sollen? Angie, rastagelockt und marihuanabedröhnt, hätte noch einen gewissen Coolness-Faktor gehabt! Nun bekommt das proletarische Wahlvolk, daß keine klaren Mehrheiten wählte und doch eine klare Aussage machte, in feister populistischer Manier eine Hauruck-Wachrüttel-Mitmach-Patriotismus-Kampagne, damit wir alle merken, wer Schuld ist an der Misere. |
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Dienstag, 16. August 2005 |
Genial! Super! DANKE! Die Wirklichkeit ist mal wieder als Real-Satire nicht zu überbieten. Ich bedauere Euch arme Gagproduzenten und Pointenschreiberlinge, die Ihr Euch jetzt für Hartz IV anstellen müßt. Und auch ich kann mich heute genüsslich zurücklehnen und einfach ein paar Meldungen aus den Nachrichten abtippen, um eine weitere Ausgabe der Grischa News zu füllen. In den letzten Ergüssen meiner geistigen Gedanken-Inkontinenz hatte ich bereits viele schöne Urlaubsziele in der Schweiz aufgezählt, in der Hektik jedoch vergessen zu erwähnen, daß es ein besonderes Erlebnis darstellt, Mitte August von einer Ladung Neuschnee in Davos überrascht zu werden! Gut, die Schneegrenze lag nicht ganz auf Talstraßen-Niveau und der Spaß dauerte auch nur bis mittags, aber ich hatte schon ernsthaft in Erwägung gezogen, das Snowboard einzupacken und den Allradantrieb zuzuschalten. |
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Sonntag, 31. Juli 2005 |
Entgegen meiner erst kürzlich geäußerten Vermutung, die Schweiz könnte der christlich-demokratischen Union beitreten, scheinen die jüngsten Entwicklungen eher für eine feindliche Übernahme durch die deutsche Industrie zu sprechen. So gehört die schweizerische Luftflotte “Swiss” nun der Lufthansa, womit das Kompetenzgerangel um Anflugschneisen am Züricher Flughafen geklärt sein dürfte. Der kleine Formel-1-Rennstall “Sauber” wurde von BMW übernommen und ist damit vom Joch befreit, die alten Ferrari-Motoren aus dem Vorjahr aufzutragen. Und die schweizerische Bundesbahn SBB scheint mir nach dem erst wenige Wochen zurückliegenden, landesweiten Totalausfall hervorragend ins Portfolio der Deutschen Bahn zu passen! Also aufgepasst, Herr Mehdorn, und zugegriffen, solange sich die Kantonsgenossen im Taumel der Bundesfeier zum 1. August befinden! Diesem National-Ereignis verdanke ich den heutigen freien Montag, den ich als treuer Wahl-Schweizer dem Gedenken an den Rütlischwur von 1291 widme. Damals sollen Gesandte der Ur-Kantone Uri, Schwyz und Unterwalden die Eidgenossenschaft als Verteidigungsbündnis gegen die Habsburger besiegelt haben. Diese Unternehmung konnte sich zwar in geografischer Hinsicht bis zum heutigen Tage halten, letzlich aber gegen den post-habsburgerischen Manager-Adel deutscher Provenienz, wie weiter oben erwähnt, keine Defensivkraft entfalten. |
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Dienstag, 28. Juni 2005 |
Ja! Nein! Äh – Jein! In diesen entscheidungsschwangeren Tagen möchte man den deutschen Volksvertretern gerne mal mit leuchtendem schweizerischen Beispiel vorangehen. Nicht nur, dass es hier das Wort „Volksentscheid“ überhaupt gibt, es dient den einheimischen Mandatsträgern tatsächlich dem Transferieren jeglicher Verantwortung auf den möglicherweise desinformierten, nichts-desto-trotz aber stimmmündigen Eidgenossen. Erst vor kurzem wurde über die allgemeine Akzeptanz der Abkommen von Schengen und Dublin befunden. Die Mehrheit der Schweizer fand, es sei eine tolle Idee, an den Grenzen keine Ausweiskontrollen mehr durchzuführen. Da die Zollpflicht weiter bestehen bleibt, zeigt man in Zukunft also statt des Reisepasses die Schnapsflaschen vor. „Grüezi Herr Jack Daniels, ach Sie gsi hüüt mit Frau Chantré unterwegs, schönen Urlaub, adé…“ |
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Donnerstag, 28. April 2005 |
Die „Gutenaltenzeiten“ liegen noch gar nicht so lange zurück, wie uns das altersschwache Subjektivhirn klarmachen möchte. Dabei dürften wir das doch inzwischen schamlos denken, wie mein alter, inzwischen omnipräsenter Sozialpsychologie-Prof. Harald Weltzer medientauglich postuliert. Ja, natürlich erinnern wir uns an das Schöne und Gute! Ja, selbstverständlich vergessen wir die Schattenseiten! Und ja, es ist erst ein paar Wochen her, da ergingen sich die Europäer in Wintersportfreude und klirrender Kälte, da waren die Ackermann-Kapitalisten noch nicht entMÜNTIgt, waren noch harte Kerle mit Erdnüssen, die den Profit maximierten und Löhne einsparten, ja damals waren wir noch nicht Papst oder Gott! Nein, damals war Radikal Kartzinger noch mächtigster Mann im Vatikan, nun ist er ja leider nur noch Papst, Papa Ratzi – welch schöngeistige Analogie zu den teleobjektivbewaffneten Menschenanglern. |
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