| Grischa News vom 08. Februar 2004 |
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| Samstag, 7. Februar 2004 | |
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Nach einer bis zum Anschlag ausgedehnten Denkpause will ich hier mal wieder den rotweißen Faden aufnehmen, um Euch mit kantonalen Neuigkeiten zu versorgen. Die vergangenen Monate hielten bekanntermaßen einige zeitaufwändige Entscheidungen parat, wie z.B. die Frage, ob ich „die hier Anwesende in guten wie in schlechten Zeiten ehren und mit ihr die Ehe eingehen wolle…“ Ich gehe davon aus, dass sich meine schweizer Nachbarn – genauso wie ich – bereits im Vorfeld Gedanken über die Antwort auf diese Art von Fragen machen. Allerdings sehen sich schweizer Männer zusätzlich mit der Frage konfrontiert, ob sie es sich leisten können, ihre frisch angetraute Frau weiterhin arbeiten gehen zu lassen. Dies resultiert aus der „herzig konservativen“ Gesetzeslage, dass eine schweizer Arbeitnehmerin bei gleichem Einkommen etwa dreimal höhere Steuern abzuführen hat. Da habt Ihr´s, Ihr wahlberechtigten Schweizerinnen! Wer sich nicht wehrt, endet am Herd! Eine erfolgreiche Frau ist eine, die einen solchen Mann findet! Ohne in irgendeiner Form Anlaß zum Neid aufkommen lassen zu wollen, möchte ich doch kurz – auf Wunsch vieler trendsettenden Leser – erneut auf die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung vor Ort eingehen. Diese haben vorrangig mit der gravitationsbeschleunigten Bewegung auf schneebedeckten Berghängen zu tun. Als gebürtiger Flachlandtiroler und bekennender Spätzünder-Wintersportler wusste ich bis vor kurzem nur, dass man im großen und ganzen alternativ auf einem oder zwei Brettern die Pisten runtersaust. Diese Kenntnisse haben sich inzwischen verfeinert, und damit möchte ich hier mal kurz protzen: Carving oder Langlauf-Skating sind schon out, der Hit sind Snowskating oder Airboarding! Fragt jetzt nicht nach Details, die müsst ihr euch schon selbst angucken! Außerdem verlieren diese Trends enorm an Coolness, wenn man verrät, dass es sich um einen aufblasbaren Schlitten bzw. ein Skateboard mit Kurzski statt Rollen handelt. Es geht aber auch anders: Als inzwischen doch reichlich alter Knacker (glücklicherweise konnte ich bei meiner Überraschungsgeburtstagsparty knapp einem Herzinfarkt entrinnen – trotzdem vielen Dank euch allen, es war super!) besinne ich mich gerne wieder auf lang vergessene Kinderfreuden. Nein, bei uns ist niemand schwanger, es geht um´s Schlitten fahren, bzw. in meiner neuen Heimat um´s „schlitteln“. Trotz dem ein oder anderen unfreiwilligen „salto mortale“, blaufleckiger Backen und inzwischen babypopoglatter Schuhsohlen kann man hier wunderschönes Nacht-Schlitteln (Achtung, hier bitte keine freud´schen Verleser!) genießen! Todesmutige stürzen sich hier die notdürftig beleuchteten, immediatly vereisten, schlaglochübersäten dreikommafünf Kilometer am Rinerhorn hinunter. Yeah! Darf´s etwas Raclette als „Apres Sleigh“ sein? Das möbelt die angeschlagene Bodenhaftung wieder auf. Eine Faszination ganz anderer Natur übt übrigens die obligatorische Umschreibung des deutschen Führerscheins in einen kantonalen schweizer „Führerausweis“ aus. (Wenn das der braune Führer gewusst hätte, er wäre sofort in der Schweiz einmarschiert) Dieser berechtigt jedoch ein keinster Weise zu exorbitanten Völkerrechtsverletzungen, sondern lediglich zum voll-legalisierten Fahren auf hiesigen Straßen. Allerdings fühlte ich mich als „Nachgeborener“ dennoch an die Methodik eines Willkür-Regimes erinnert, als ich feststellte, dass dieser Verwaltungsakt in Graubünden mit 200,- Fränkli einfach mal doppelt so teuer ist, wie im Kanton Zürich. Warum auch immer! Selbstverständlich kommen noch die Kosten für einen Sehtest, eine Wohnsitzbestätigung und den Versand hinzu. Bezeichnenderweise konnte der telefonisch kontaktierte Sachbearbeiter nicht einmal die benötigten Unterlagen auswendig aufzählen, sodaß noch weitere Dokumente nachgereicht werden mussten. Falls sich mal jemand bemüßigt fühlt, eine Doktorarbeit über Desinformationsstrategien zu verfassen, möge er den helvetischen Amtsschimmel kontaktieren. Für den Fall, dass der geneigte Leser nach dieser Lektüre ebenfalls eine Denkpause als nötig empfindet, sei hier noch der Tipp mit auf den Weg in´s Wachkoma gegeben, auf unvermittelt gestellte, inhaltlich vielleicht nicht ganz eindeutig verständliche Fragen einfach mal provokant mit „ja“ zu antworten. Kann ich nur empfehlen! Viele Grüße von „Davos die unerreichten Vorbilder für bundesdeutsches Beamtentum gibt“, Till |