In Leipzig eröffnete gestern das 2. „F/Stop“ Fotografiefestival, das noch bis zum 20.07.2008 läuft. Über 6.000 Besucher werden dieses Jahr zu den verschiedenen Ausstellungen erwartet, die sich unter anderem mit dem Thema Nähe und Distanz beschäftigen. Auch die ZEIT-Serie „Ich habe einen Traum“ wird gezeigt. Infos finden sich bei MDR, Spiegel oder auf der Homepage des Festivals.
Wenn Getty Images nun in den Microstock-Markt einsteigt, dann in ganz grossem Massstab. Die führende Bildagentur gibt sich selbstverständlich nicht mit halben Sachen zufrieden – deshalb paktiert sie nun mit Yahoo´s Bilderdienst Flickr. Die emsigen Redakteure wollen das ewige Geflimmer durchforsten und sich die Rosinen herauspicken. Anschliessend wird den Kreateuren ein Vertrag angeboten. Über Konditionen und Preismodell ist nichts bekannt, wohl aber, dass sich Flickr für die Vermittlung angeblich nicht bezahlen lässt. Getty war erst kürzlich in die Kritik seiner Vertrags-Fotografen geraten, als Bilder für Webanwendungen zu (agentur-unüblichen) Schleuderpreisen vermarktet wurden. Neuer Ärger dürfte durch die Flickr-Kooperation vorprogrammiert sein, will die Agentur doch nun Amateur-Fotos in grossem Stil vermarkten. Mehr Infos hier oder hier.
Ein Bericht auf Docma stellt die neue Bilderplattform Pixhunter vor, auf der Werbetreibende Bilder angeboten bekommen, anstatt selbst danach zu suchen. Das gesuchte Motiv wird beschrieben, Details wie Auflagenhöhe oder maximales Budget ergänzt, und schon geht die Ausschreibung an alle registrierten Bildschaffer und teilnehmende Agenturen. Die dafür erwarteten Abonnementkosten wirken allerdings erstmal ziemlich gesalzen, bieten doch die meisten Bildagenturen selbst solche Motivrecherchen an. Das ganze erinnert etwas an die retrograden eBay-Mutanten oder an Crowdspring, wo ebenfalls Projekte beschrieben und von freiwilligen Möchtegern-Designern mit Vorschlägen angefüttert werden.
Den Bund freischaffender Fotodesigner BFF hatte ich trotz dessen regen Aktivitäten und vielen Förderwettbewerben immer ein wenig im Verdacht, an Narzissmus zu leiden. Doch muss ein wenig Gerechtigkeit walten: Es lohnt durchaus, hin und wieder auf den Seiten des BFF zu surfen. Ein Hinweis auf ein Seminar zum Thema „Bildrechte“ in der Photopresse lenkte meine Aufmerksamkeit wieder auf die Fotodesigner. Prompt fand ich dort auch noch einen interessanten Artikel über persistierende Honorarrechte seitens des Fotografen bei Stornierung eines Auftrags.
Nick Veasey hat das Röntgengerät aus den steril gefliesten Einöden der Kliniken befreit und benutzt die unsichtbaren Strahlen als Kamera mit Durchblick. Was sonst nur nur in der Phantasie kleiner Jungs oder bei Superhelden funktioniert, ist für ihn damit kein Thema: Er guckt durch alles durch. Egal, ob es sich um Dessous, Schaufelbagger oder Trompeten handelt. Im Frühjahr erschien sein Bildband „X-Ray: See Through the World Around You“, dessen Preis unter seinem strengen Blick eine für den Konsumenten erfreuliche Halbwertzeit entwickelt. Weitere Blicke hinter die Oberfläche gibt´s bei RP online.
Karl Lagerfeld, extrovertierter Modedesigner, fotografiert seit mehr als 20 Jahren die Motive seiner Werbekampagnen selbst. Die Ergebnisse werden durchaus kontrovers beurteilt – so erhielt Lagerfeld den Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Photographie, Medien warfen ihm hingegen vor, einfach Langeweile perfekt zu verkaufen. Nun können Sie selbst über die fotografischen Qualitäten Lagerfelds urteilen, falls Sie bis 7. September einen Abstecher nach Versailles einplanen, wo zur Zeit eine Ausstellung unter dem Namen „Versailles a l'ombre du Soleil“ läuft. Mehr Infos bei der Elle.
„Versailles a l'ombre du Soleil“, bis 7. September 2008, Chateau de Versailles
Mehr als 50 Jahre lang galt es als schick, mit dem frischbelichteten Polaroid-Foto zu wedeln – mehr aus Langeweile, um die 3 Minuten Entwicklungszeit zu überbrücken, denn einen Einfluss auf das Bildergebnis hatte diese Angewohnheit nie. Ab Juli wird man möglicherweise stattdesssen Pogo tanzen, denn dann kommen unter diesem Namen die ersten Polaroid-Drucker mit der ZINK (zero-ink) Technik auf den Markt. Die Produktion der klassischen Sofortbildkameras und -filme war Anfang des Jahres eingestellt worden, zu gering war die Nachfrage in digitalen Zeiten. In der aktuellen Ausgabe des Kunstmagazins art gibt es deshalb einen Rückblick auf die Ära dieses Mediums, das auch immer wieder zu künstlerischen Verfremdungen anregte. Die unten gezeigten Werke wurden ohne Kamera auf abgelaufenem Polaroid 660 belichtet.
Ein ungewöhnlicher Event für die Landeshauptstadt: Mit LUMIX, dem Festival für jungen Fotojournalismus, findet zur Zeit eine riesige Bilderparty auf dem EXPO-Gelände statt. Organisiert von der FH Hannover und Freelens, öffneten gestern acht Pavillions die Tore und zeigen bis Sonntag insgesamt 60 Bildreportagen von Fotografen unter 35 Jahren. Ergänzt wird das Programm durch Vorträge einiger Magnum-Ikonen wie Thomas Höpker und Steve McCurry. Erste Eindrücke und weitere Informationen bei der HAZ, Spiegel und RP. Foto: Tobias Kruse
Die amerikanische Portraitfotografin Judith Joy Ross zählt zu den renommiertesten Dokumentaristen der Moderne – auch wenn sie hierzulande noch wenig bekannt ist. Das könnte sich ändern, tourt doch nun ihre erste Einzelausstellung über europäischen Boden. Noch bis Ende des Monats sind Ihre Arbeiten an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig zu sehen. Mit Ihrer 8x10"-Plattenkamera zeigt sie eindrücklich die Spuren des Krieges in den Gesichtern von Soldaten, Veteranen, Witwen und Waisen. Weitere Infos beim MDR und der TAZ.
Judith Joy Ross. Living With War 04. bis 28.06.2008 Galerie der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
Zum mittlerweile 7. mal wurden in diesem Jahr aus den Fotos der dpa-Reporter in einem hauseigenen Wettbewerb die „besten dpa-Bilder des Jahres“ gekürt. Wie die Photo-Presse meldet, werden ab nächster Woche nun erstmals Siegerbilder der letzten Jahre in einer Ausstellung im Museum für Kommunikation Frankfurt gezeigt.
„dpa-Bild des Jahres“: 19.6. bis 31.8.2008 Museum für Kommunikation Frankfurt Schaumainkai 53 (Museumsufer) D-60596 Frankfurt am Main