Die Bildersuche bei Google ist eine extrem beliebte Funktion und liefert aufschlussreiche Ergebnisse. Dem geneigten Nutzer ist allerdings fast nie bewusst, dass die gezeigten Fotos nur in seltenen Fällen druckfähig sind und häufig strikten Urheber- und Nutzungsrechten unterliegen. Das zieht natürlich Ärger nach sich: So hat nun das Landgericht Hamburg zwei Klägern Recht gegeben, die durch die blosse Abbildung ihrer Werke in der “Thumbnail“-Galerie (also den Suchergebnissen) eine Verletzung des Urheberrechts sahen. Zum einen ist es beruhigend, dass Einzelne ihre Interessen gegenüber einem Quasi-Monopolisten durchsetzen können – zum anderen stellt sich die berechtigte Frage, was es ihnen nützt. Niemand möchte seine Fotos ungefragt und unbezahlt genutzt sehen, sind sie jedoch nirgens auffindbar, bleiben sie eben auch unbekannt. Dass Fotos in der Google-Suche auftauchen, kann eben durchaus einen Werbeeffekt haben.
Bleiben wir realistisch: Ein echter Schutz gegen missbräuchliche Nutzung ist in den seltensten Fällen gegeben. Wenn Fotos im Internet gezeigt werden, werden sie auch kopiert und benutzt – egal, ob ein Wasserzeichen darin enthalten ist oder ein Screenshot nötig wird, um das gezeigte zu speichern. Diese Daten sind aber in der Regel nicht für den Druck geeignet, werden also höchstens mal für eine kleine Präsentation oder Homepage verwendet. Wichtig bleibt zwar, darüber in gewissem Rahmen selbst zu entscheiden bzw. dies nach Kräften unterbinden zu können, sowie bei den Nutzern ein Bewusstsein für die gebräuchlichen Regelungen und Rechte zu vermitteln. Letztlich bleibt das jedoch eine Sisyphus-Arbeit. Für mich letztlich ein weiteres Argument gegen komplizierte Rechtevergaben: Meine Kunden erhalten grundsätzlich die vollumfänglichen Nutzungsrechte an ihren Fotos.
Adobe hat die Version CS4 seines mittlerweile gigantischen Programm-Pakets vorgestellt. Die Software, die neben Photoshop, InDesign, Illustrator oder Acrobat inzwischen 17 Programme umfasst, soll ab Ende Oktober verfügbar sein. Im Dezember folge die eingedeutschte Variante. Wichtigste Neuerungen sind die vereinheitlichte Benutzeroberfläche, die unterstützende Nutzung der Grafikkarte für Bildberechnungen sowie die verbesserte Interaktion der Programme. Die auch bei ZDNet gemeldeten Preise erscheinen im Vergleich zu den Angaben auf der US-Seite von Adobe unverschämt hoch, so kostet die „Design Premium Edition“ 1.799,-$ versus 2.616,-€ – nach aktuellem Wechselkurs also in Deutschland mehr als doppelt so viel wie in den USA.
Adobe hat die Beta-Version von Lightroom 2.1 als „release candidate“ bezeichnet und zum Download freigegeben. Die überarbeitete Version behebt einige unangenehme Fehler, wie z.B. Probleme mit dem automatischen Weissabgleich. Natürlich soll auch (wie immer) die Geschwindigkeit verbessert worden sein. Ein Detail vermisse ich aber noch: Hat irgendjemand herausgefunden, wie man in der Übersicht einen Bild-Stapel zwischen zwei andere Stapel zieht? Sachdienliche Hinweise bitte gerne direkt an mich ;-)
In den Tagen vor Beginn der Photokina wird bei allen Produzenten heiss gekocht. Nikon zeigte bereits die D90, Sony konterte mit der professionellen Alpha 900 – nun ist Canon an der Reihe und präsentiert den lange erwarteten Nachfolger der EOS 5D. Die „Mark II“-Version verfügt über einen 21,1MP-Vollformat-Sensor, bietet einen hochauflösenden 3"-Monitor, beherbergt den DIGIC-IV-Prozessor und kann neben Fotos auch Full-HD-Video aufzeichnen. Der erweiterte ISO-Bereich reicht bis 25.600 ASA. Als besondere Ausstattung hat die neue Profikamera Live-View, eine automatische Kontrast-Kompensation und einen „Silent-Shooting-Mode“ integriert. Lediglich die (langsame) Serienbildfunktion wurde nicht verbessert, was dem Zielpublikum aber wohl eher weniger wichtig sein dürfte. Die 5D Mk2 soll ab Ende November zum Preis von ca. 2.500,-€ verfügbar sein. Die offizielle Pressemitteilung findet sich hier , Digitalkamera.de hat bereits ein Datenblatt zusammengestellt.
Bereits im Frühjahr war eine erste Beta-Version von Adobe Photoshop Lightroom 2 veröffentlicht worden, die finale Veröffentlichung anfangs August kam dann sogar etwas schneller als angekündigt. Die überzeugenste Neuerung dieser Allround-Fotosoftware ist die Möglichkeit, nun auch Teilbereiche von Fotos nachzubearbeiten. Dazu steht ein Maskierungspinsel sowie ein Verlaufsverkzeug zur Verfügung. In der Praxis bewährt sich diese Neuheit, auch wenn sie jede Menge Rechenleistung benötigt. Der 24"-iMac mit 2,4GHz Core2Duo und 4GB RAM verlangsamt sich spürbar – hier sollte Adobe nachbessern, um den Geschwindigkeits-Vorsprung gegenüber Apple´s Aperture aufrecht zu erhalten. Das ein oder andere Bedienfeld ist in der Version 2.0 an eine andere Stelle gerutscht, ein paar Details nicht ganz konsequent umgesetzt und ich vermisse noch die Möglichkeit, Objektiv-Verzeichnungen auszugleichen oder perspektivische Verzerrungen zu beseitigen. Andererseits gibt es aber auch viele kleine Verbesserungen, die einen positiven Eindruck hinterlassen. Insgesamt ist Lightroom 2 eine sehr gelungene und empfehlenswerte Software. Wenn jetzt noch mein Lieblings-Photoshop-Filter kompatibel wäre, bräuchte ich kein anderes Programm mehr, um meine Bilder zu verwalten, zu verschlagworten, zu bearbeiten und auszugeben… Bei Digitalkamera.de findet man einen kleinen Test, umfangreiche Tutorial-Videos bei NAPP und die Software bei Adobe.
Intensive Retouche von Portraits bedarf einiger Übung und kostet viel Zeit – mit dieser Einschätzung will die Software Portrait Professional 8 aufräumen. Das Programm soll Portraitfotos derart aufmöbeln, das sie mit Magazintiteln mithalten können. Erstmals liegt nun eine Mac-Version der digitalen OP-Software vor, die ich kurz angetestet habe. Die grösste Enttäuschung und ein Ausschlusskriterium für den professionellen Einsatz finde ich gleich zu Beginn: Das Programm ignoriert das eingebettete Farbprofil und interpretiert die Farben dementsprechend falsch. Lediglich Bilder im sRGB-Modus können einigermassen verbindlich verarbeitet werden. Ich habe trotzdem einige Beispiele „bearbeitet“ – und erstaunlicherweise richtig Spass dabei gehabt. Zu Beginn wird halbautomatisch das Gesicht vermessen, anschliessend können diverse Optimierungen per Schieberegler justiert werden. Faszinierend, wie das Programm die Gesichter verflüssigt und Proportionen verschiebt. Besser und subtiler sind allerdings die Optionen zum Aufhellen der Augen oder Nachpudern der Haut. Da grundsätzlich nur der Grad der Optimierung gesteuert werden kann, diese aber einem immergleichen Schema folgt, läuft man jedoch schnell Gefahr, Einheitsgesichter zu produzieren. Das eingangs erwähnte Versprechen löst die Software ein – schnell und einfach Portraits verschönern zu können. Ob das dem eigenen Anspruch genügt, liegt im Auge des Betrachters.
Eine sehr umfangreiche Sammlung verschiedenster Retouche-Techniken in Photoshop findet sich beim Smashing Magazine. Dort sind diverse Tutorials thematisch sortiert und verlinkt – teils auch mit Videos. Nicht alles ist neu oder sinnvoll und natürlich hat jeder Künstler seine eigenen favorisierten Methoden, doch von dem ein oder anderen Tipp kann bestimmt jeder profitieren. Und wer sich noch nicht mit digitaler Retouche beschäftigt hat und gerne mal nachsehen will, was an einem Foto so alles manipuliert wird, bevor es das Cover eines Magazins schmückt, kann sich durch diese nette Animation klicken.
Seit etwa einem Jahrzehnt ist www.erdmenger.de mein virtuelles Zuhause im weltweiten Web – in dieser Zeit hat sich natürlich das Erscheinungsbild meiner Website immer wieder verändert. Nicht nur modische Aspekte oder neue Fotos waren der Auslöser dieses Wandels, auch die technischen Möglichkeiten wuchsen und machten grössere Bilddateien und schnellere Übertragungsraten zum Standard. Im Rückblick stelle ich fest, dass die Seite jedoch immer unter der Maxime „keep it simple and clean“ gestaltet war – von verspielten und sinnfreien Flash-Intros habe ich nie viel gehalten. Die Galerie zeigt die Website in verschiedenen Designs aus den Jahren 2000-2006. Seit Herbst letzten Jahres zeigt sich die Seite im aktuellen Gewand.
Nach einer Meldung auf Photoscala hat der „Deutsche Depechendienst (ddp)“ – für den auch ich bereits gelegentlich photographiert habe – seine festangestellten Photographen mit Nikon D3 Kameras ausgestattet und eine langfristige Kooperation mit dem Hersteller beschlossen. Nikon hatte mit der gefloppten D2H viele Profikunden verloren, kann aber mit der Nikon D3 nun wieder ein konkurrenzfähiges Digitalgehäuse anbieten. Unabhängig von den möglicherweise attraktiven Konditionen, mit denen Nikon dem ddp den Systemwechsel schmackhaft machte, bleibt die Frage, wie sinnvoll ein umfangreicher Wechsel wenige Monate vor der Photokina (und den potenziellen Neuankündigungen) tatsächlich ist – oder inwieweit er als Zeichen gedeutet werden darf, dass im Herbst in Köln eben keine weltbewegenden Neuigkeiten für Pressefotografen vorgestellt werden…
Nicht Goethe, sondern Adobe verspricht, noch mehr Licht in die digitale Dunkelkammer zu bringen – und veröffentlich nun eine Beta-Version von Adobe Photoshop Lightroom 2.0. Die neue Software verbessert die Übersicht im Bibliotheks-Modus, ermöglicht die Arbeit auf 2 Monitoren, unterstützt 64-Bit-Verarbeitung und bringt einige nützliche Bildbearbeitungsoptionen mit. Nach dem verpatzten und zurückgezogenen 1.4er-Update macht Lightroom damit einen gewaltigen Sprung. Interessant ist die Tatsache, dass für Besitzer der Vorversion die Beta bis Ende August ´08 lauffähig sein wird. Adobe scheint sich für die Testphase also Zeit zu lassen.